Aikido-Wege

besser miteinander auskommen

Krieg beginnt mit der Verteidigung

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Ob ich selbst den Konflikt verschärfe, hängt davon ab, wie ich einen Angriff interpretiere. Fühle ich mich provoziert, versuche ich mich zu rechtfertigen und  werde wütend. Bin ich wütend „schlage“ ich manchmal selber zu, auch wenn es nur mit Worten geschieht. Ob ich dabei andere und mich selbst verletze, wird nachrangig. Was ist los?

Warum ist es so leicht, provoziert zu werden? Mache ich mein Selbstbild und meine Selbstachtung von der Sichtweise und der Anerkennung anderer Menschen abhängig? Ich gerate in Krisenstimmung, wenn ich mich abgewertet fühle. Warum nehme ich mir so wenig Zeit, um die Aussagen der anderen zu prüfen? Habe ich etwas übersehen? Angebot angenommen. Komme ich aber zu einem anderen Ergebnis, könnte ich das Angebot freundlich ablehnen: Nein danke, ich fühle mich nicht aggressiv/hässlich/dumm/wie ein Opfer — ich fühle mich entspannt/hübsch/schlau/passe auf mich auf und sehe keinen Anlass, eine andere Sichtweise zu übernehmen.

Aber warum ärgere ich mich trotzdem so oft über Unterstellungen? Ich löse Debatten aus und versuche anderen nachzuweisen, dass sie Unrecht haben. Das mündet in Rechthaberei und stellt keinen zufrieden. Müssen denn alle meine Ansichten teilen, damit ich mich wohl fühle? Ist erst dann Friede?

Und was hat das mit Aikido zu tun? Nun, wer kennt sie nicht, die Provokationen im Dojo? Den Impulsen nachgeben und andere spüren lassen, wie überlegen wir sind und wie gut wir uns verteidigen können! Denn wer angreift ist im Unrecht und das soll er/sie auch zu spüren kriegen. Auf Angriff folgt Angriff — das soll Verteidigung sein?

Ich glaube, auch beim Aikido dürfen wir entspannt und hübsch bleiben und uns beschützen, ohne andere zu belehren oder zu demütigen. Wer hat gesagt, dass Angriff die beste Verteidigung ist?

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