Aikido-Wege

besser miteinander auskommen

Hoffentlich auf Wiedersehn

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Irgendwann muss es raus, also nun: Vor knapp 2 Jahren habe ich mit Aikido aufgehört! Genauso lange schiebe ich einen Text darüber vor mir her. Mein lädierter Meniskus war der Anlass für den Ausstieg. In den Monaten davor hatte ich über ein Aikido gegrübelt, welches auch Älteren gefallen könnte: Weniger auf Knien üben, weniger auf und nieder, weniger rollen und schon gar nicht geworfen werden.

Es ist ja frustrierend mit zunehmendem Alter das nicht mehr ohne Beschwerden machen zu können oder nur mit wachsender Anstrengung. Je mehr ich mich umhörte, umso mehr erfuhr ich über Erschöpfung, Rückenschmerzen und Knieprobleme im Zusammenhang mit Aikido. Einige Ältere üben seit Jahren nur noch mit Knieschutz.

Bis es mich dann selbst eingeholt hat: Monate lang kriegte ich Schmerzen im rechten Knie sobald ich von einer Rolle aufstehen wollte. Die Beine im Sitzen kreuzen oder auf Knien üben ging schließlich gar nicht mehr. Nach der Untersuchung erfuhr ich, dass der Meniskus mehrere Risse hat und die Knorpel im Anfangsstadium von Arthrose sind. Na Prost!

Ich wünsche mir inzwischen sogar normalen Aikido-Unterricht ohne Würfe und ohne Übungen in Kniestellung. Würfe sind oft angstbesetzt und bei manchen verliert sich die Verkrampfung davor nie. Auf Knien fühlen sich manche jahrelang unbeholfen und unsicher. Bei Prüfungen wird in der Regel beides gefordert und damit der Eindruck erweckt, dass man ohne diese Fähigkeiten kein*e vollwertige Aikidoka ist beziehungsweise keine Graduierungen möglich sind.

Aikido ist doch so viel mehr und man sollte nicht mal rollen „müssen“, finde ich. In der japanischen Wohnkultur gab es früher keine Stühle und man begegnete sich im Kniesitz auf den Tatami-Matten. Mithin war es bei den Kampfkünsten elementar, sich auch in dieser Position bei Angriffen verteidigen zu können. Lange habe ich gedacht, dass es eine gute Übung fürs Gleichgewicht ist, wenn ich auf Knien über die Matten robbte. Dabei werden die Kniegelenke schon im Alltag sehr beansprucht und man sollte man eigentlich alles tun, um sie zu schonen. Wie seht ihr das?

Ich weiß noch nicht, wann ich wieder eine Aikido-Stunde besuchen werde. Ich vermisse die Leute und ein merkwürdiges Gefühl bleibt. Bis heute habe ich nicht operieren lassen, sondern habe eine zweite Orthopäden-Meinung eingeholt, die mich bestärkt hat es zu lassen. Im Alltag habe ich überhaupt keine Schmerzen, aber ob es noch fürs Aikido reicht? Und was wird aus diesem Blog? Mir wird was einfallen müssen…

Alles Gute für euch im neuen Jahr — ich melde mich zurück, versprochen!

Dojo

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