Aikido-Wege

besser miteinander auskommen

Patrick

Was dem Körper gut tut

Einstieg

Von Aikido erfahren habe ich durch einen Freund.  Der meinte, das sei was für mich. Als Kind hatte ich mal Taekwondo gemacht, nicht lange — das war nicht meins. Ich habe dann in Berlin immer mal wieder im Internet geguckt und auf der Vorspiel-Seite gesehen, die bieten jetzt Aikido an. Da habe ich sofort C. eine E-Mail geschickt und bin zu ihrem Training gegangen. Ich habe mich dann relativ schnell bei ihr angemeldet, das war 2009. Die Bewegungen fand ich toll und ich habe sofort gemerkt, dass das meinem Körper gut tut. Schon die Gymnastik war super. Ich habe anfangs zuhause jeden Morgen eine halbe Stunde Aikido-Gymnastik gemacht. Kontakt zuzulassen, das fand ich ganz spannend. Es  ist ja auch eine Nähe-Distanz-Sache. Manche mag man lieber, die findet man sofort sympathisch und es gibt welche, mit denen man nicht so gerne trainiert. Es hat beides: Offen zu sein und auch auf die eigenen Grenzen zu achten.

Bei sich selbst bleiben

Was ich auch gut finde ist dieses im Kontakt bei sich selbst zu bleiben. Zwar den anderen wahrzunehmen und achtsam zu sein, aber die Bewegung für sich zu machen. C. sagt, nicht so streng mit sich selbst zu sein, sondern aufmerksam zu sein und hinzuspüren, ohne zu werten. In meiner Weiterbildung zum Kinder-und-Jugendlichen-Psychotherapeuten kann ich das gut übertragen. Bei mir bleiben und mich gleichzeitig für meine Patienten öffnen.

Aikido Kanji

Es war schnell so, dass ich gedacht habe, damit will ich nicht mehr aufhören. Ich habe mir in Köln bei den Gay Games ein Tattoo machen lassen — die Aikido Kanji — mit der Idee, nun bist du mit dem Aikido verheiratet. Dann kannst du nicht mehr damit aufhören. Einer der Lehrer dort hatte das Tattoo auch, das hat mich bestärkt. Selbst wenn es zum Beispiel krankheitsbedingt Einbrüche gibt, kann ich mir nicht vorstellen, damit aufzuhören. Ich finde sogar zwischendurch Pausen bereichernd. Als ich drei, vier Wochen mal gar nicht konnte und dachte, es fällt mir wahnsinnig schwer, war das dann überhaupt nicht so. Man bleibt trotzdem im Fluss.

Im Jetzt und Hier

Man kann so einiges aus dem Aikido in den Alltag übertragen. Sich auf den Augenblick, den Moment zu konzentrieren, auf das Jetzt und nicht mit dem Kopf beim Einkauf morgen zu sein. Das muss im ersten halben Jahr gewesen sein, in dem ich Aikido gemacht habe: Da habe ich in der U-Bahn jemanden gesehen, der las in einem Buch mit dem Titel „Der Pfad des friedvollen Kriegers“. Das habe ich mir sofort aufgeschrieben. Ich habe das Buch fieberhaft gelesen, das war richtig toll. Vieles daraus lässt sich wunderbar mit dem Aikido verbinden. Die zwei wichtigsten Fragen und Antworten darin sind: Wie spät ist es? Jetzt! Wo bist du? Hier! Wenn besorgte Gedanken da sind, das einfach nur wahrzunehmen — das sind halt Gedanken. Ich bin im Jetzt und Hier und jetzt gerade ist alles sicher.

Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen

Das Kindertraining mache ich seit Februar letzten Jahres. Ich finde es schön, mit Kindern zu arbeiten, das mache ich seit vielen Jahren. Damals in H. habe ich die Jugendfeuerwehr mit geleitet und habe in Kindergärten und Grundschulen die Kinder-Brandschutz-Erziehung gemacht. Es ist spannend, Aikido an Kinder weiterzugeben. Wir machen zwischendurch auch Konzentrationsübungen. Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr mal ganz aufgeregt seid in der Schule, zum Beispiel, ihr schreibt eine Arbeit, dann könnt ihr das ausprobieren, ein paar stille Atemzüge für euch zu machen. Und dann guckt mal, ob ihr wieder runterkommt, damit ihr euch konzentrieren könnt.
Ein großer Traum ist, wenn ich mit der Weiterbildung fertig bin, dann möchte ich gerne eine Praxis in W. eröffnen. Möchte halbtags mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten und dann noch was mit Aikido machen.

Berlin, April 2012

Foto: Patrick

Portraits

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